Angela Slenter

Studien/Ausbildung

Gesellenprüfung
Deutschland

Beruf

Malerin
Peinture Pütz

Alter

35 Jahre

Kinder

/

MOTIVATION UND ANSICHTEN

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Beruf zu ergreifen, in dem die Frauen noch unterrepräsentiert sind?
Was hat Sie speziell an diesem Beruf interessiert?

Ich wollte etwas Kreatives machen und zusammen mit Leuten arbeiten. Meine Eltern waren Bauern. Ich bin in
einem Umfeld von manueller Arbeit aufgewachsen.

 

Als Sie sich für diesen Beruf entschieden haben, gab es da Aspekte die Sie zögern ließen?

Nein. In Deutschland bei der Berufsberatung wurden Filme von Handwerksberufen gezeigt. Ich habe mich dann beworben und ich habe es nie bereut. Allerdings musste ich mich an 4 Stellen bewerben bevor ich als Frau eine Lehrstelle bekam.

 

Entspricht der Beruf Ihren Vorstellungen?

Meine Berufsvorstellungen waren nicht sehr genau, ich bin aber absolut zufrieden und motiviert. Ich bin die einzige
Frau in unserem Betrieb und habe guten Kontakt zu meinen Berufskollegen. Ich arbeite jetzt schon 13 Jahre bei Peinture Pütz in Diekirch.

 

Wie stehen Ihre Familie und Ihre Freunde zu Ihrer Berufswahl?

Meine Eltern haben mich unterstützt. Meine Freunde waren neutral.

 

BERUFLICHE ASPEKTE


Beschreiben Sie kurz Ihren Berufsalltag

Mein Berufsalltag besteht aus Anstreichen, Tapezieren, Verputzen (Holzbeschichtung/Fassaden). Meistens arbeite ich in Innenräumen manchmal aber auch draußen. Ich erledige dieselbe Arbeit wie meine männlichen Kollegen.

 

Welche Eigenschaften muss man besitzen, um diesen Beruf auszuüben?

Man darf nicht auf den Mund gefallen sein. Zudem muss man körperlich fit sein und Kraft haben. Man sollte auch Bemerkungen nicht immer persönlich nehmen.

 

Falls es Probleme gibt, wie lösen Sie diese?

Wenn es ein Problem gibt spreche ich direkt  die Kollegen oder den Arbeitgeber darauf an. Man sollte selbstbewusst sein, sich nicht für dumm verkaufen lassen, jedoch Kritik auch annehmen können.

PERSÖNLICHE WERTEINSCHÄTZUNG

 

Glauben Sie, dass Frauen in diesem Beruf benachteiligt sind?

Der Malerberuf stellt keinen Nachteile für Frauen dar, man muss sich jedoch bewusst sein, dass es harte Arbeit ist und auch sogenannte „Drecksarbeit“.

 

Warum gibt es, Ihrer Meinung nach, so wenig Frauen, die diesen Beruf wählen?

Der Malerberuf wird seit Generationen nicht als Frauenberuf angesehen. Daher wollen auch die Arbeitgeber keine Frauen einstellen. Zudem ist das Handwerk schlecht bezahlt.

 

Welche Änderungen müssten vorgenommen werden, damit mehr Frauen sich für diesen Beruf entscheiden?

Die Schulen müssten besser über diesen Beruf informieren, praktische Stages anbieten, sodass die Schülerinnen das Handwerk besser kennenlernen. Die Arbeitgeber sollten die Frauen unterstützen indem sie bewusst Frauen ausbilden und einstellen.

Junge Frauen die Lust haben diesen Beruf zu erlernen, sollten es ruhig ausprobieren, sich nicht entmutigen lassen und sich durchsetzen.

 

 

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