Tania Thies

Studien/Ausbildung

Ingenieurin im Bereich Energie und Umwelt

Beruf

Déléguée à la sécurité &Travailleur désigné

Alter

25 Jahre

Kinder

/

MOTIVATION UND ANSICHTEN

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Beruf zu ergreifen, in dem die Frauen noch unterrepräsentiert sind?
Was hat Sie speziell an diesem Beruf interessiert?

Im Alter von 15 Jahren (9ème) wählte ich in der Schule die eher technische Richtung (technique générale) da mich die technischen Fächer wie Mathematik, Physik,.. usw. eher ansprachen. Ich war aber auch immer etwas an dem Bereich Gesundheit interessiert, jedoch überwog die Technik.

Im Anschluss an meinen allgemeinen Schulabschluss (13 GE) folgte das Studium für den Ingenieurberuf im Bereich Energie & Umwelt. Da dies bei uns im Land noch ein recht neues Thema war, weckte diese Richtung mein Interesse, besonders die Bereiche Energie sprich alternative & erneuerbare Energien und energieeffiziente Bauweisen.

Da ich nun als Ingenieurin im Sicherheit- und Gesundheitsbereich arbeite, habe ich somit meine beiden sehr unterschiedlichen Interessen (Technik & Gesundheit) miteinander kombinieren können.

 

Als Sie sich für diesen Beruf entschieden haben, gab es da Aspekte die Sie zögern ließen?

Es gab lediglich Bedenken, weil der Beruf „Ingenieur im Bereich Energie & Umwelt“ recht neu angeboten wurde. Man wusste nicht genau was einen im Studium erwarten würde sprich ob es das ist was man sich darunter vorstellte und wie die Zukunft dieses Berufes bei uns im Land sein wird. Es war klar dass dieses Thema in Zukunft immer präsenter werden wird, da wir nun aber ein kleines Land sind, sind bis heute die Arbeitsplätze in diesem Bereich doch noch sehr begrenzt (jedoch mit Tendenz nach oben).

 

Entspricht der Beruf Ihren Vorstellungen?

Da meine Erfahrung sich in meinem erlernten Beruf(„Ingenieur im Bereich Energie & Umwelt“)bis jetzt nur auf ein Jahr bezieht, kann ich nur bestätigen dass dieser schon meinen Vorstellungen entspricht, bis auf die Tatsache dass man als Ingenieur fast nur im Büro (theoretische Tätigkeit) sitzt. Die Vorstellungen sind doch eher so dass man denkt dass der Beruf mehr ‚praktische Tätigkeiten‘ beinhaltet.

 

Wie stehen Ihre Familie und Ihre Freunde zu Ihrer Berufswahl?

Die Familie sowie auch der Freundeskreis haben sich nie negativ darüber geäußert. Es wurde einem eher Respekt gezollt, dass man so einen technischen Beruf auswählt. Viele waren interessiert was man denn da so lernen muss bzw. wie dieser recht neue Beruf denn so aussieht.

 

BERUFLICHE ASPEKTE


Beschreiben Sie kurz Ihren Berufsalltag

Da mein jetziger Beruf für mich momentan noch recht neu ist, ist zur Zeit auch der größere Teil der Arbeit im Büro. In Zukunft wird der Alltag  aber abwechslungsreicher sein als vorher, in Bezug auf praktische und theoretische Arbeit. Darunter fallen dann bspw. Besichtigungen von Gebäuden die der Gemeinde gehören. Meine Aufgabe besteht dann darin die Sicherheit und Gesundheit auf Grund der gesetzlichen Vorgaben zu überprüfen. Dann wird versucht nach Notwendigkeit und Möglichkeit vor allem die öffentlich zugänglichen Gebäude in Punkto Sicherheit und Gesundheit zu verbessern. Der andere Teil (travailleur désigné) der Arbeit besteht darin, sich um die Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter zu kümmern. Also zu versuchen die Arbeitsplätze wo im Alltag viele Gefahren auftreten können mit möglichen Verbesserungsmaßnahmen so zu gestalten, dass das Unfall-Risiko so gering wie möglich gehalten werden kann.

 

Welche Eigenschaften muss man besitzen, um diesen Beruf auszuüben?

Man darf nicht zu scheu und zu zurückhaltend sein. Man sollte sich selbstsicher präsentieren können. Meiner Meinung nach ist die Akzeptanz von Frauen in Männerberufen heutzutage schon viel größer als sie noch vor 15-20 Jahren war. Man darf sich kleine Sticheleien nicht zu sehr zu Herzen nehmen und sich nicht von Vorurteilen beeinflussen lassen. Man soll auch klar für seine berufliche Meinung einstehen.

 

Falls es Probleme gibt, wie lösen Sie diese?

Wenn es Unstimmigkeiten gibt, hilft ein ruhiges Gespräch. Bei Meinungsverschiedenheiten hilft es oft mit Daten und Fakten die eigenen Aussagen zu belegen bzw. zu unterstützen um dem Gegenüber zu zeigen, dass man weiß wovon man redet. Sind die Fronten mal sehr stark verhärtet, dann hilft es auch das Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen wenn sich beide Seiten wieder etwas entspannt haben.

PERSÖNLICHE WERTEINSCHÄTZUNG

 

Glauben Sie, dass Frauen in diesem Beruf benachteiligt sind?

Es kommt natürlich immer auf die jeweilige Arbeitssituation an bzw. auf die Arbeitskollegen. Arbeitet man in einem größeren Betrieb mit fast ausschließlich Männern, dann ist klar, dass immer ein Anteil dabei ist, der das Vorurteil hat: ‚ Frau hat keine Ahnung von Technik‘. Ist man zudem noch sehr jung in der Arbeitswelt, wird man mit Sicherheit nicht immer so ernst genommen als wenn ein Mann mit Berufserfahrung an der gleichen Stelle steht. Deswegen ist es wie bereits vorher erwähnt oft hilfreich mit Daten und Fakten die Aussagen zu belegen, somit steht der Ernst der Aussage fest.

Zusammenfassend muss man sich als Frau in diesem Beruf eher beweisen.

Warum gibt es, Ihrer Meinung nach, so wenig Frauen, die diesen Beruf wählen?

Allgemein sind in den letzten 10 Jahren doch schon viel mehr Frauen im Ingenieurberuf vertreten. Die Zurückhaltung liegt vielleicht zum Teil an der Vorstellung von Früher die immer noch in den Köpfen der Leute ist, dass Frauen eher für Berufe wie Büro-Sekretärin, Kindergärtnerin, Lehrerin, Krankenschwester usw. geeignet sind. Es liegt vielleicht schon an der Erziehung, für Mädchen gehört es sich mit Puppen zu spielen, für Jungs mit Autos. Es ist ja bewiesen dass vieles in der Kindheit einen unbewusst für das ganze Leben prägt…. Aber um dies genau zu definieren müsste man schon Langzeitstudien in diesem Bereich führen!

 

Welche Änderungen müssten vorgenommen werden, damit mehr Frauen sich für diesen Beruf entscheiden?

Zum einen würde es vielleicht einen Unterschied machen wenn man die Erziehung neutraler gestalten würde, also auch in der Grundschule bereits mehr die Berufe näher bringen usw.

 

Zum anderen liegt es natürlich an der Toleranz der Leute insgesamt, wie deren Einstellung zu dem Thema Frauen in Männerberufen und Männer in Frauenberufen  ist. Man müsste auch hier eigentlich die Wörter Frauen- sowie Männerberuf versuchen zu umgehen. Denn was ist die Definition des sogenannten Frauenberufs? Das liegt doch eher in der Ansicht jedes Einzelnen.

 

 

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